Guerilla Marketing


Virales Videomarketing und Guerillataktik in der Werbung sind nicht erst seit großen Kampagnen von Coca Cola oder Axe in aller Munde. Werbefachleute haben längst verstanden, dass Konsumenten den werblichen Charakter klassischer TV-Spots und Marketing-Kampagnen durchschauen und eine Art natürlicher Abwehrhaltung gegenüber Slogans, Prospekten und co. entwickelt haben. Werbung wird rasch als solche identifiziert und folglich ausgeblendet. Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, sich zunächst Gehör für die Markenbotschaft, die sie verbreiten wollen, zu verschaffen.

Guerilla Marketing stellt hier eine interessante Alternative zu klassischen Werbemitteln dar, um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zurückzuerobern und ihnen die (versteckte) Werbebotschaft dezent zu vermitteln. Bei Guerilla Marketing steht der oftmals provokante, humorvolle oder originelle Inhalt im Vordergrund, es werden in erster Linie Geschichten erzählt. Die werbliche Botschaft tritt zurück und wird nur am Rande, für den Rezipienten kaum spürbar, untergebracht.

Dem Konsumenten wird suggeriert, dass seine Unterhaltung im Mittelpunkt steht. Dadurch ist er eher bereit, indirekte Markenbotschaften aufzunehmen und im optimalen Fall sogar mit seinem eigenen Netzwerk von Freunden, Bekannten und Kollegen zu teilen. Die Botschaft verbreitet sich viral. Mit möglichst wenig Aufwand und geringen Mitteln kann so innerhalb kürzester Zeit eine größtmögliche Öffentlichkeit für ein Produkt, ein Unternehmen oder eine (politische) Botschaft erzeugt werden.

Ein Beispiel ist die virale Marketing-Kampagne Worst breath in the world von Tic Tac France, bei der die Story in Form eines zeitgemäßen Flash Mobs inszeniert wird.

Vor allem Non-Profit-Organisationen, gemeinnützige Verbände und Vereine, die keine wirtschaftlichen Gewinnziele verfolgen, sondern im Dienste sozialer, kultureller oder wissenschaftlicher Ziele auf internationaler Ebene agieren, machen sich Guerilla Marketing zunutze und liefern einige vorbildliche Beispiele dafür, wie virales Marketing funktionieren kann. Auf Spendengelder von Mitgliedern und Unterstützern angewiesen sind sie in hohem Maße von ihrer Glaubwürdigkeit, einem positiven Image und öffentlichkeitswirksamen Aktionen (Petitionen, Kampagnen, etc.) abhängig.

Ihre Zielgruppe, oftmals Jugendliche und junge Erwachsene, sind als Digital Natives mit digitalen Technologien aufgewachsen. Diese navigieren souverän im Web 2.0 und nehmen ihre politische oder gesellschaftliche Teilhabe eher in Form von Onlinepetitionen wahr als auf der Straße zu demonstrieren wie einst die Anti-Atom- oder die Frauenbewegung. Non-Profit-Organisationen stellen sich diesen neuen Herausforderungen in der Kommunikation häufig auf sehr originelle und kreative Weise.

Auf der Homepage des Viral Video Award, mit dem jährlich das beste virale Video prämiert wird, finden sich viele visuell anspruchsvolle und ideenreiche Beispiele für virales Videomarketing.

Meine persönlichen Favoriten (mit zum Teil sehr provokante Inhalten) habe ich hier zusammengestellt:

Girls going wild in red light district, Stop The Traffik

Save the arctic, Greenpeace

Follow the frog, Rainforest Alliance

Hooded, Amnesty International

Hoodlum Hills, Muschi Kreuzberg Berliner Designermarke

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